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Ketchikan Alaska

Geschichte Alaskas

Ketchikan, Alaska. Bild: Wikimedia

Die Vereinigten Staaten von Amerika kauften 1867 Alaska von Russland. Am 18. Oktober 1867 wurde die Übergabe Alaskas an die USA in einer Zeremonie auf dem Castle Hill in Sitka formell vollzogen. Der finanzielle Niedergang der Russian American Company veranlasste Russland zu dem Verkauf. Der amerikanische Außenminister William H. Seward kaufte das 1,6 Millionen Quadratkilometer umfassende Territorium für ganze 7,2 Millionen Dollar. Die amerikanische Öffentlichkeit hat jedoch nicht verstanden, wie man so viel Geld für ein wertloses Gebiet bezahlen kann, das es erstens sehr weit entfernt war und zweitens kaum einen Nutzen versprach. Man verspottete den Kauf als Seward's folly (Sewards Dummheit).

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Die USA hatten zum damaligen Zeitpunkt ohnehin alle Hände voll mit dem Wiederaufbau der Zerstörungen durch den Bürgerkrieg zu tun. Die in Alaska beheimateten Russen konnten sich innerhalb von drei Jahren entscheiden, ob sie amerikanische Staatsbürger werden wollten, oder ob sie in ihr Heimatland gehen wollten. Viele von ihnen kannten Rußland nur dem Namen nach. Da sich die Beziehungen der Russen zu den Amerikanern rapide verschlechterten, entschied sich die Mehrheit dafür, doch nach Russland zu gehen.

Die eingeborenen Einwohner Alaskas verstanden die Transaktion auch nicht und waren gegenüber den amerikanischen Soldaten sehr argwöhnisch. Und nicht viele Amerikaner hatten einen Anreiz, dieses rätselhafte zerklüftete Land mit seinem unfreundlichen Klima zu besiedeln. Bis man Gold gefunden hatte.

Gold Rausch

Alaska blieb bis zum Ende den 19. Jahrhunderts das geheimnisvolle, unbekannte Land, bis der Gold Rush Goldsucher und Abenteurer anlockte. Kleine Siedlungen wurden entlang des Trails gegründet. Dort konnten sich die Goldsucher mit Lebensmitteln und Ausrüstung versorgen. Plötzlich wurde Alaska zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Der Weg zum Bundesstaat

Im Jahr 1906 erhielt Alaska die Berechtigung, einen Delegierten ohne Stimmrecht zum Kongress zu entsenden. Am 24. August 1912 wurde Alaska der Status eines Amerikanischen Territoriums zuerkannt. Damit verbunden war die Berechtigung, eine lokale Vertretung zu wählen und eigene Gesetze zu erlassen. Allerdings behielt sich die Regierung in Washington das Recht vor, den Gouverneur zu bestellen und kontrollierte die Gesetzgebung genau. Der Weg zum Beitritt zu den USA als gleichberechtigter Mitgliedsstaat war aufgrund der Entfernung, der geringen Bevölkerung und der nicht gerade freundlichen Beziehungen zwischen den Siedlern und den Ureinwohnern des Landes sehr steinig.

James Wickersham, der Kongressabgeordnete Alaskas legte 1916 die erste Beitrittsvorlage (Statehood Bill) vor, die jedoch weder vom Kongress, noch von den Bewohnern Alaskas unterstützt wurde.

Dogsled racing Alaska

Schlittenhunde als Lebensretter

Alaska faszinierte die Amerikaner 1925, als eine Schlittenhundestaffel mit einem Serum gegen Diphterie die über 1.600 Kilometer lange Strecke von Anchorage zu der abgelegenen Stadt Nome an der Westküste zurücklegte. Der Diphterieausbruch konnte eingedämmt werden und die Schlittenhunde und ihre Hundeführer wurden als nationale Helden gefeiert. Alljährlich wird zum Gedenken an diese historische Begebenheit ein Schlittenhunderennen durchgeführt, bei dem Teams aus aller Welt teilnehmen.

Depression und wirtschaftlicher Aufstieg

Ebenso wie in vielen anderen Regionen der Vereinigten Staaten hatte die Große Depression, die am 24. Oktober 1929 mit dem "Schwarzen Donnerstag" (in Deutschland wegen der Zeitverschiebung als "Schwarzer Freitag" bekannt) begann, einen wesentlichen Einfluss auf Alaska. Der Preisverfall für Kupfer und Fisch, damals die beiden größten Märkte des Landes, legte die Wirtschaft fast völlig lahm.

Während der ersten Amtszeit von Präsident Franklin D. Roosevelt (ab März 1933) wurde der New Deal, eine Reihe von Programmen zur Förderung der wirtschaftlichen Gesundung, ins Leben gerufen. Die starke Abhängigkeit des Territoriums von Kupfer und Fisch sollte durch die Entwicklung der Landwirtschaft beendet werden. Gleichzeitig wurde Farmern im Mittleren Westen, die von der Depression am stärksten betroffen waren, Förderung des New Deal angeboten, damit sie ihre Existenz neu aufbauen konnten. Mit Fördermitteln des Matanuska Colonist Project der US Regierung wurde 1935 das Matanuska-Susitna Valley in der Nähe von Anchorage besiedelt. Damit wurden gleichzeitig mehrere Ziele verfolgt: die Erschließung Alaskas, die Versorgung des Militärs mit Lebensmitteln im Kriegsfall sowie ausgewählten Familien einen Neustart zu ermöglichen. Die 203 Familien aus Minnesota, Michigan, Wisconsin und Oklahoma kamen im Mai 1935 im Matanuska-Susitna Valley an. Im ersten Jahr bauten die Kolonisten ihre Häuser, bereiteten die Böden für die Bebauung vor und gründeten eine Gemeinschaft. Ihre erstes gemeinsames großes Fest veranstalteten sie 1936: Die Matanuska Valley Fair Association wurde gegründet. Vier Tage lang, vom 4. September bis zum 7. September 1936, fand die erste Messe statt und wird seitdem jährlich veranstaltet.

Militärischer Stützpunkt

Der Angriff auf Pearl Harbor im 2. Weltkrieg veranlasste den Kongress, die Angreifbarkeit Alaskas zu untersuchen. Nachdem Japan die zu den Aleuten gehörenden Inseln Attu und Kiska einnahmen, erhöhten die USA die militärische Präsenz in Alaska. Die Transportwege wurden ausgebaut. Das U.S. Army Corps of Engineers überbaute die alten Wege und erschloss unwegsames Gelände zwischen British Columbia in Kanada und Fairbanks in Alaska. Es dauerte nur 8 Monate, um den Alaska Canadian Highway fertig zu stellen. Nun war Alaska nicht mehr das nutzlose Territorium, sondern ein strategisch wichtiges Land für die Militärs.

Der Weg zur Mitgliedschaft als Staat der USA

In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg herrschte bei den Bewohnern Alaskas große Irritation darüber, dass der Status als US Territorium keine spürbaren Verbesserungen hinsichtlich der Infrastruktur, medizinischer Versorgung oder kommunaler Dienstleistungen mit sich gebracht hatte. Darüber hinaus konnten sich viele der freiheitsliebenden Pioniere in Alaska nicht gut mit der Tatsache zurecht finden, von einer tausende Meilen entfernt in Washington D.C. sitzenden Behörde regiert zu werden.

Ernest Gruening, Gouverneur des Territoriums Alaska und der Kongressabgeordnete Bob Bartlett setzten sich in Washington D.C. für den Beitritt Alaskas zu den Vereinigten Staaten ein. 1949 wurde das Alaska Statehood Committee gegründet und 1955 autorisierte die Territoriale Legislative Alaskas die Gründung einer Verfassungsgebenden Versammlung. 55 von der Bevölkerung gewählte Delegierte entwarfen eine Verfassung, die sofort in Kraft gesetzt werden konnte, sobald Alaska als eigenständiger Staat anerkannt und als Mitglied der Vereinigten Staaten aufgenommen würde. Präsident Eisenhower unterzeichnete schließlich am 3. Januar 1959 die offizielle Erklärung zur Aufnahme Alaskas als 49. Staat in die USA.

Jüngere Ereignisse

In den folgenden Jahren gab es etliche Entdeckungen und Ereignisse in Alaska, die von sich Reden machten. Am 27. März 1964 wurde Alaska von dem bisher stärksten Erdbeben in der Geschichte der USA seit Beginn der Aufzeichnungen erschüttert. Das Beben, das auch als Karfreitagsbeben bekannt ist, dauerte in Anchorage fast drei Minuten und hatte eine Stärke von 9,2 auf der Richter Skala. Die dadurch ausgelösten Tsunamis erreichten eine Höhe bis zu 67 Meter und hatten noch Auswirkungen in Kalifornien und Oregon.

So wie in den früheren Jahren das Gold die Wirtschaft des Landes prägte, übernahm das Öl kurz nach der Aufnahme in die USA diese Rolle. Man begann in der Umgebung der Prudhoe Bay nach Öl zu suchen. Mit der Fertigstellung der Pipeline im Jahr 1977 wurde die Förderung aufgenommen.

Geografie

Als einziger Staat auf dem nordamerikanischen Kontinent hat Alaska keine direkte Verbindung zu den restlichen 48 kontinentalen Staaten. Etwa 800 Kilometer kanadisches Territorium liegen zwischen Alaska und dem Staat Washington. Alaska ist flächenmäßig der größte Staat der USA. Um eine Vorstellung davon zu bekommen: Wenn man eine Karte von Alaska über die anderen Staaten legt, erstreckt sich das Gebiet von Minnesota nach Texas und von Kalifornien bis nach Georgia.

Zusammen mit den zahlreichen Inseln hat der Staat fast 55.000 Kilometer Küstenlinie. Vom Süden Alaskas erstreckt sich die Inselkette der Aleuten bogenförmig am Südrand des Beringmeers über rund 1.750 Kilometer nach Westen hinein und bildet die Begrenzung zum Nordpazifik. Auf den Aleuten sind noch viele Vulkane aktiv. Die Ursache dafür ist dass sich die Pazifische unter die Nordamerikanische Platte schiebt und dadurch Spannungen entstehen, die auch viele starke Erdbeben hervorrufen.

Wirtschaft heute

Der wichtigste Exportartikel von Alaska sind Meeresfrüchte. Die Landwirtschaft spielt heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse wie Gemüse, Milchprodukte und Vieh sowie Nutzhölzer werden hauptsächlich für den Eigenbedarf des Staates genutzt. Die Hauptbeschäftigungszweige im Land sind Regierungs- und Verwaltungsstellen, Gewinnung von Bodenschätzen, Fischfang und Transport. Eine wesentliche wirtschaftliche Bedeutung hat das Militär in Anchorage und Fairbanks.

Rohöl, Gas, Kohle, Gold und andere Edelmetalle, Zink und sonstige Bodenschätze sind die Haupt Exportartikel, ergänzt durch verarbeitete Fischereiprodukte, Bauholz und andere Holzerzeugnisse. Der Dienstleistungssektor und der Tourismus gehören zu den starken Wachstumsbereichen.

Lange Zeit waren die Kosten für die Lebenshaltung in Alaska höher als im Durchschnitt der anderen US-Staaten. In den Gebieten von Anchorage und Fairbanks hat sich das jedoch geändert. Hier wird aktuell weniger für Wohnen und Transport ausgegeben, als in den 48 kontinentalen Staaten. Auch die Ansiedlung von großen Supermärkten, so genannter "Big Box Stores", hat zu der Entwicklung beigetragen. Allerdings gilt das nur für Gebiete um die Großstädte. In ländlichen Gegenden herrschen aufgrund schlechter Verkehrsverbindungen extreme hohe Lebenshaltungskosten.

Verkehrsverbindungen

Alaska hat wohl die schlechtesten Verkehrsverbindungen unter allen US-Amerikanischen Staaten. Das Straßennetz deckt nur einen relativ kleinen Teil des Staates ab und verbindet die größeren Städte und deren Umgebung miteinander. Der Alaska Highway ist eine Straße von Dawson Creek in der kanadischen Provinz British Columbia nach Delta Junction im US-Bundesstaat Alaska.

Die Hauptstadt von Alaska, Juneau, ist auf dem Landweg nicht erreichbar. Eine Besonderheit stellt auch der Anton Anderson Memorial Tunnel dar, der den Seward Highway südlich von Anchorage mit der Gemeinde Whittier verbindet: Den mit 2,5 Meilen längsten Straßentunnel Nordamerikas teilen sich eine einspurige Fahrbahn und Eisenbahnschienen. Das hat zur Folge, dass jeweils nur eine Fahrtrichtung freigegeben ist, so dass man mit Wartezeiten von 20 Minuten und mehr rechnen muss.

Die Alaska Railroad führt von Seward nach Anchorage, Denali und Fairbanks bis nach North Pole. Nebenstrecken gehen nach Whittier und Palmer. Im Sommer wird die Bahnlinie gerne von Touristen benutzt, spielt aber auch eine große Rolle beim Transport von Kohle, Schotter und Kies zu den Häfen von Anchorage, Whittier und Seward.

Auf der Strecke zwischen Talkeetna und Hurricane gibt es noch einen "flag stop train service". Fahrgäste steigen in Talkeetna ein und sagen dem Zugbegleiter, wo sie aussteigen wollen. Wenn sie in die Stadt zurück wollen, warten sie neben den Schienen und winken mit einer Fahne. Daher der Name "flag stop train service".

Da viele Orte in Alaska nur per Schiff oder mit dem Flugzeug erreichbar sind, gibt es ein gut ausgebautes Netz an Fähren und Buschflugzeugen. Das Alaska Marine Highway System bedient die Städte im Südosten und die Halbinsel Alaskas. Von Bellingham in Washington fährt eine Linie nach Norden durch die Inside Passage nach Haines.

Die USA kauften 1867 #Alaska für 7.2 Mio. $ von Russland. Mehr zur spannenden #GeschichteAlaskas http://bit.ly/2xpxstr

 

Quelle: alaskatrekker.com

 

 

 

 

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